Schulgeschichte

Tradition und Offenheit – Unsere Schule in der Retrospektive

portalDas besondere pädagogische Programm einer Schule wird immer auch geprägt von ihrer spezifischen Tradition und Entwicklung. Und immer sind mit der Gründung und den nachfolgenden bedeutenden Entwicklungsetappen Werte, pädagogische Ziele und Bildungsvorstellungen verbunden, die man den Schülerinnen und Schülern vermitteln wollte. Nichts anderes meint der Begriff „Schulprogramm“.

Das Gymnasium an der Gartenstraße ist eine Schule mit sehr langer Tradition. Im Jahre 1833 wurde eine „höhere Töchterschule“ in der damals selbstständigen Stadt Rheydt gegründet und – wie symbolträchtig – im Rathaus der Stadt untergebracht.

Weitblick und Aufgeschlossenheit zeigte das Rheydter Bürgertum bei dieser Entscheidung. „Der Zweck der Mädchenschule wird sein, dieselben in den gebildeten Frauenzimmern nötigen Wissenschaften zu unterrichten“, heißt es in dem historischen Beschluss der Gründereltern vor fast 180 Jahren. Bildungsschwerpunkt sind sogleich die Fremdsprachen, verpflichtend ist zunächst Französisch, später kommt Englisch hinzu.

Wachsendes elterliches Bildungsinteresse, stete Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse, Kriegswirren und staatliche Bildungsreformen erzeugten und erzeugen nachhaltige Veränderungen für unsere Schule und ihre Ziele.

Unsere Schulgeschichte in Stichpunkten

1833 Gründung der Höheren Töchterschule Rheydt. Der Unterricht fand im Rathaus der Gemeinde statt.
1872 Die stark steigende Zahl der Schülerinnen erzwingt einen Umzug ins sogenannte „Joebgessche Haus“ an der Mühlenstraße.
1907 An der Goebenstraße, der heutigen Pestalozzistraße, konnte ein großzügiges neues Schulgebäude bezogen werden.
1908 Unsere „höhere Mädchenschule“ wird als „Lyzeum“ anerkannt; über weiterführende „Studienanstalten“ war für Mädchen unserer Schule erstmals die Aufnahme an Universitäten möglich.
1925 Das Lyzeum wird zum „Oberlyzeum“, das die volle Berechtigung zum Hochschulstudium erteilt.
1945 Nach der Zerstörung des Schulgebäudes an der Pestalozzistraße durch Luftangriffe (27.12.1944) wird der Schulbetrieb bis Herbst weitgehend eingestellt.
1950 Nachdem die Schule zunächst an drei verschiedenen Orten in der Stadt untergebracht war, wird das Gebäude der ehemaligen Aufbauschule an der Gartenstraße bezogen, ein stilvolles Gebäude aus der Jahrhundertwende, das in den 50er und 60er Jahren um großzügige Anbauten erweitert wird. Als „Neusprachliches Mädchengymnasium“ werden nunmehr zwei verschiedene Schulabschlüsse ermöglicht: das Abitur mit voller Hochschulreife und der Abschluss einer Frauenoberschule mit naturwissenschaftlich-hauswirtschaftlichem Schwerpunkt.
1965 Mit der Aufnahme von Realschülern in einen eigenen gymnasialen Aufbauzweig wird das Mädchengymnasium auch von Jungen besucht.
1972 Nach der Reform der gymnasialen Oberstufe heißt unsere Schule „Gymnasium an der Gartenstraße“ und wird von Mädchen und Jungen mit dem Ziel der Allgemeinen Hochschulreife besucht. Die besondere Förderung der klassischen und modernen Fremdsprachen bildet seitdem eine tragende Säule unseres Bildungsangebots: Neben Latein, Englisch und Französisch wird als weitere Fremdsprache Spanisch angeboten.
1996 Seit dem Beginn der Initiative „Schule ans Netz“, verfügt unser Gymnasium über einen Internetzugang.
1997 Als erste Mönchengladbacher Schule präsentiert sich unser Gymnasium über eine eigene Homepage (www.gymga.de).
1998 Zusätzlich zu Englisch als erster Fremdsprache kann auch Latein als Eingangssprache für die Klasse 5 gewählt (Englisch plus Latein) werden.
2001 Mit dem Neubau der Aula wird der Gebäudekomplex unseres Gymnasiums baulich und pädagogisch abgerundet.
2003 Unsere Schule bietet erstmalig einen bilingualen Sprachenzweig mit Fachunterricht in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern auf Englisch an.
2005 Die ersten Schüler, die nach acht Jahren das Abitur ablegen, werden  aufgenommen.
2008 Ergänzt wird das bilinguale Angebot durch das Fach Wirtschaftsenglisch im Differenzierungsbereich.
2009 Unser Gymnasium führt einen neuen, den modernen pädagogischen und methodischen Anforderungen des Unterrichts besser angemessenen Stundentakt ein (67‘- statt 45‘-Lerneinheiten) und verbessert damit auch die Rahmenbedingungen für die höhere Unterrichtsbelastung im Zusammenhang mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums.
Das Konzept zur individuellen Förderung, deren Bedeutung im neuen Schulgesetz einen deutlich höheren Stellenwert erlangt hat, wird zu einem umfassenden Förderkonzept erweitert. Dabei setzt die Schule in hohem Maße auf Schülerpartizipation, indem Schülerinnen und Schülern als Lernpaten und Hausaufgabenhelfer ihren Mitschülern helfen.
Baulich reagiert die Schule auf die Einführung von G8 mit dem Umbau (mit einem hohen Anteil Eigenleistung über den Förderverein) der so genannten „Blauen Halle“ zu einer kleinen Mensa und Cafeteria, die den Schülerinnen und Schülern mit Nachmittagsunterricht Mittagessen und Imbisse sowie einen Aufenthaltsort bietet.
2010 Das Gymnasium an der Gartenstraße wird erstmalig vom Schulministerium NRW als Europaschule in Nordrhein-Westfalen zertifiziert und rundet damit das Sprachenprofil der Schule ab. Verbunden mit der Auszeichnung werden auch internationale Kontakte und Schulpartnerschaften (Frankreich, Niederlande, Spanien, Afrika) erweitert und vertieft.
Der gesamte so genannte Neubau (Klassentrakt) wird aufwendig saniert und insbesondere modernen energetischen Anforderungen angepasst (Isolierung, Fensteranlagen, Pellet – Heizung). Im November 2011 wird das sanierte Gebäude offiziell durch Herrn Oberbürgermeister Norbert Bude seiner Bestimmung übergeben.
2011 Der bisherige Schulleiter Peter Reichartz geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Michael Meyer.
2012 Aufgrund seines differenzierten und qualifizierten Angebotes in den mathematisch – naturwissenschaftlich – technischen Fächern erlangt unser Gymnasium die Zertifizierung als „MINT – freundliche“ Schule.
2013 Zum ersten Mal in der Geschichte des Gymnasiums legen zwei Jahrgangsstufen ihre Abiturprüfungen ab, die eine nach acht Jahren, die andere nach neun Jahren. 51 Schüler haben erstmalig in acht Jahren und 96 Schüler haben vorerst letztmalig in neun Jahren das Gymnasium mit dem Abitur abgeschlossen. Mit dem Schuljahr 2013/2014 ist das Gymnasium an der Gartenstraße ein reines G8-Gymnasium.
Das besondere Engagement unseres Gymnasiums im Bereich Berufsorientierung wird zum ersten Mal durch die Verleihung des Qualitätssiegels „Mönchengladbacher Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ gewürdigt. Im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Vertiefung von Angeboten zur Berufsinformation schließt die Schule Verträge mit außerschulischen Kooperationspartnern (Scheidt und Bachmann, Gladbacher Bank) und ermöglicht über diese Partnerschaften Schülerinnen und Schülern u.a. Auslandspraktika.
Unsere Schule tritt der Initiative „buddY“ e.V bei. Diese landesweite Initiative versteht sich als Forum für eine „Neue Lernkultur“. Die Arbeit des buddY E.V. zielt darauf ab, Potenziale und Kompetenzen von Heranwachsenden zu nutzen und zu stärken und sie dazu befähigen, eigenständig und verantwortlich zu handeln und zu lernen. Unsere Schule geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Schülerpartizipation nach dem Motto „Schüler helfen Schülern“.
2013/2014 wird unsere Schulprogramm grundlegend überarbeitet und den Entwicklungen der letzten Jahre (neuer Stundenrhythmus, zentrale Prüfungen, G8, neues Schulgesetz) angepasst.
2014 Zum ersten Mal wird an unserem Gymnasium eine Qualitätsanalyse durchgeführt – mit einem hervorragenden Ergebnis.
Seit 2014 wird das Förderkonzept an unserem Gymnasium kontinuierlich weiter entwickelt. Dabei werden besonders die Individualisierung des Lernens sowie lernorganisatorische und –motivationale Aspekte berücksichtigt. Schritt für Schritt wurden Lerncoaching für die Jgst. 5 und 6, ein Lernbüro für die Jgst. 7 bis 9 und für die Jgst. 8 ein klassenübergreifendes Förderband eingeführt.
2014 Durch die Novellierung des Schulgesetzes durch den Landtag NRW ist das Schulsystem für alle Schulformen inklusiv. Unser Gymnasium hat erstmalig 2015 eine Klasse des gemeinsamen Lernens eingerichtet mit vier Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf.
2014 Unser Gymnasium wird als „MINT-freundliche Schule“ und als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ rezertifiziert.
2015 Der Förderverein des Gymnasiums an der Gartenstraße wird vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben als Einsatzort für den Bundesfreiwilligendienst anerkannt. So unterstützen uns erstmalig ab dem Schuljahr 2015/2016 zwei Bundesfreiwilligendienstleistende im sozialpädagogischen sowie im technischen Bereich und in der Verwaltung.
2015 Unser Gymnasium wird als Europaschule rezertifiziert. Unter anderem mit der Einführung von Spanisch ab Klasse 8, einem erweiterten Angebot zum Erwerb von Sprachenzertifikaten und der Einführung bilingualer Module in Klasse 6 war das Angebot im Bereich Europaschule kontinuierlich ausgebaut worden.
2016 Die gute Entwicklung der Schülerzahlen sorgt dafür, dass an unserem Gymnasium 2016 genauso viele Schülerinnen und Schüler lernen wie zu Zeiten als neunjähriges Gymnasium.
Im Mai richtete unser Gymnasium als Beitrag zur gesellschaftlichen Integration zum ersten Mal eine Klasse für schulpflichtige Flüchtlingskinder ein, in der im Wesentlichen die deutsche Sprache, unsere Kultur sowie unser Rechts- und Wertesystem vermittelt werden.
Mit der Einführung einer Programmier- und einer Robotik-AG fördert unser Gymnasium den Bereich Technik.
Unsere Schule wird als erstes Gymnasium in Mönchengladbach Fair-Trade-School und zeigt so nach außen den Anspruch einen Beitrag zu leisten für eine sozial und wirtschaftlich gerechtere Welt.
2017 Die Renovierungsarbeiten in der Physik sind beendet. Der letzte „Hörsaal“ ist verschwunden, so dass nun in allen Naturwissenschaften Fachräume mit modernen Deckensystem für die experimentelle Arbeit, mit Rechercheinseln und exzellenter Präsentationsinfrastruktur zur Verfügung stehen.

Diese kleine Auflistung in die „Historie“ unserer Schule belegt recht eindrucksvoll, wie sich das Gymnasium an der Gartenstraße mit großer Offenheit neuen pädagogischen und schulrechtlichen Entwicklungen sowie den Bedürfnissen unsere Schülerinnen und Schüler und der Elternschaft zeitnah angepasst und damit den nötigen Weitblick und die Aufgeschlossenheit bewiesen hat, die schon den Gründern der Schule zu eigen waren.

Wie oben aufgeführt, befindet sich unsere Schule seit 1950 an der Gartenstraße. Am Rande der Innenstadt von Mönchengladbach-Rheydt gelegen ist das Gymnasium gut mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das äußere Gesicht unserer Schule wird von einem großzügigen, begrünten Schulhof und Schulgarten mit altem Baumbestand geprägt. Unmittelbar hinter dem Schulhof liegen ein Aschenplatz, ein Basketballfeld und das Grenzlandstadion. Hier findet bei entsprechendem Wetter der Sportunterricht statt – oder in der großen teilbaren Sporthalle mit Gymnastiksaal. Das Pahlkebad, Stätte unseres Schwimmunterrichts, liegt 500 m entfernt. Das Gymnasium an der Gartenstraße hat eben einen sprechenden Namen, in einer geschützten ruhigen und grünen Umgebung kann sich unsere Bildungs- und Erziehungsarbeit gemeinsam mit den Eltern und Schülern entfalten.