Wir machen Theater

Das aktive Mitwirken am Schulleben im Sinne der Identifikationskultur zeigt sich besonders in den Aufführungen des Literaturkurses der Jahrgangsstufe Q1. Klassische Theaterstücke, Musical, aber auch Musiktheater wechseln sich dabei ab. Diese sind aber nur das unterhaltsame Endprodukt eines langen Entwicklungsprozesses, in dem die Schüler über den Zeitraum eines Schuljahres vielfältigste Anforderungen meistern und verschiedenste Kompetenzen einbringen müssen. Dabei ist ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft seitens der Schüler – aber auch der Lehrer –  gefordert. Theaterstücke müssen umgeschrieben, Lieder von Band und Sängern einstudiert, Text auswendig gelernt, Choreographien und Bühnenpräsenz einstudiert werden, das Bühnenbild muss erstellt werden, die Licht- und Tontechnik abgestimmt werden. Dieses erfordert ein hohes Maß an Kooperation und Kommunikation. Solche Arbeit setzt erstaunliche Kräfte frei, die eine Prägung für das ganze Leben bedeuten können. Ein Lohn dieser Mühen ist der magische Moment der Aufführung, auf den man ein ganzes Jahr hingearbeitet hat. Der Gewinn für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler ist daneben nicht zu unterschätzen.

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Theater – Theaterkooperation mit den städtischen Bühnen

Bereits seit vielen Jahren besteht die Kooperation mit dem Theater Krefeld – Mönchengladbach. Klassen und Kursen der Sekundarstufe I und II ermöglichen die städtischen Bühnen den Besuch von Aufführungen im Theater in Rheydt zum ermäßigten Gruppenpreis in allen Sparten des Hauses: Schauspiel, Musiktheater, Ballett, Konzerte und nicht zuletzt die Aufführungen auf der Studiobühne. Einführungsveranstaltungen und Workshops des Theaters unterstützen dabei die Vorbereitungsarbeit der Fachlehrer. Dazu werden die Gruppen ins Theater eingeladen oder die Fachleute des Theaters kommen in die Schule.
Immer wieder bietet das Theater Mönchengladbach auch Aufführungen für bestimmte Zielgruppen der Schule in den Räumlichkeiten des Gymnasiums an der Gartenstrasse an, die dann bei uns in Nachbesprechungen vertieft werden können. Somit werden Unterrichtsinhalte direkt angebunden, praktisch umgesetzt und vertieft. Dieses bereichert die Unterrichts- sowie die Lern- und Leistungskultur unserer Schule.
Darüber hinaus bietet das Theater der Schule auch die Möglichkeit individueller Theaterbesuche von Eltern-, Schüler- und Lehrergruppen, die aus dem Repertoire des Theaters bestimmte Aufführungen aussuchen und nach einem „Schul – Spielplan“ ihre Eintrittskarten bestellen können.

Theater – Theater-Ag der Jahrgangsstufe 7

image001Die Theater-AG der Jahrgangsstufe 7 steht hier stellvertretend für eine Kooperation mit außerschulischen Experten im Bereich von Arbeitsgemeinschaften. In diesem Fall arbeitet eine ausgebildete Theaterpädagogin mit freiwilligen Schülern der Jahrgangsstufe 7 alljährlich an Theaterprojekten, die gezielt die Lern- und Leistungsbereitschaft von Schüler fördert, da es in das Mönchengladbacher Schultheaterfestival integriert ist. Dazu probt die Arbeitsgemeinschaft wöchentlich in unserer Aula mit dem großen Ziel einer eigenen Aufführung.

Poetry Slam – Das etwas andere Theater

dscn1871„Liebe Schüler, dieses Jahr wird der Literaturkurs zwar statt finden, aber in etwas anderer Art. Wir werden uns nicht unbedingt mit einem Theaterstück oder einem Musical beschäftigen, dieses Jahr machen wir etwas anderes. Wir werden einen Poetry Slam durchführen.“
An meine eigene Reaktion kann ich mich nicht erinnern dafür umso mehr an die von anderen. Grundsätzlich gab es drei davon, zwei große, eine kleine.
Die erste war weit verbreitet: „Was genau ist ein Poetry Slam? Und wie werden wir ihn durchführen.“ Mit einer kurzen Erklärung konnte diese Meinung zwar verkleinert aber nicht eliminiert werden.
Als zweites fand sich eine verzweifelte wütende Gruppe: „Ich weiß zwar nicht, was es ist. Aber es ist weder ein Musical, noch ein Theaterstück, wir hatten immer Musical oder Theater, das will ich nicht.“
Der dritte Teil freut sich darauf. Oder findet es zumindest ok. Oder will einfach weder Musik noch Kunst oder Chor haben und findet sich deshalb mit allem ab.
Nach den Ferien beginnt es. Wir treffen uns in der Aula und beginnen. Kurze Vorstellung, kurze Einführung und es geht los.
Die ersten Stunden werden wir uns mit Schauspielübungen beschäftigen – das, was viele ja wollten und viele zunächst überrascht hat. Aber wir sollten die Bühne kennenlernen, so Herr Buchholz. Die Bühne kannte man nachher tatsächlich. Man stellt sich nach vorne, um nicht von ihr gefressen zu werden, man spricht laut. Bauchstimme nicht Kopfstimme.
dscn1875kopieDanach ging es mit Slam Poetry an sich los. Mehrere Stunden wurden damit verbracht, sich über Slam zu informieren, wobei insbesondere Videos geschaut wurden, aber auch Texte in schriftlicher Form bearbeitet wurden. Ein Besuch bei einem Slam blieb natürlich nicht aus.
Dann kam der Abend des ersten Slams – 16.03.2016. Schüler/innen von innerhalb und außerhalb des Kurses gaben ihre Texte zum besten. Mit Lautstärke und Punkten wurden die Poeten von dem Publikum und einer Fachjury bewertet. Als erste Gewinnerin des Poetry Slams ging an dem Abend Kisha Thaventhiran aus unserem Kurs hervor. Der zweite Slam lief ebenso erfolgreich. Gewinnerin wurde Anastasia Glaser aus der EF.
Und hier berichte ich dann kurz aus Lehrersicht. Auch ich hatte am Anfang keine Ahnung, wie ihr Schüler/innen dieses Projekt annehmen werdet. Im Endeffekt bin ich begeistert, wie die beiden Slams gelaufen sind, welche Gäste ihr einladen konntet (den Slammer Marco Jonas Jahn, die Literaturkritikerin Friederike Zelesko, Pouya Elahi, ein ehemaliger Schüler, aber nun auch „in der Szene aktiv“), welche Auswirkungen die Slams hatten: Der Text von Daniel wurde von Frau Zelesko veröffentlicht, MG-Act möchte unbedingt ein Interview mit den Siegerinnen Anastasia und Kisha, viele Schüler/innen haben erstmals entdeckt, dass sie wirklich gute Texte schreiben können. Die beiden Slams am 16.03. und 14.06. waren ein voller Erfolg. Die Aula war zwei Mal voll. Ihr habt extra eine Band gegründet. Eure Texte waren super, wir haben die ganze Schulgemeinschaft beteiligt. Viele aus anderen Stufen konnten eigene Texte vorgetragen. Es war das erste Mal, dass wir an der Schule einen Slam veranstaltet haben. Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal.

Jule Böken & Jan-Henrik Buchholz