Peer-Projekt zur Suchtprävention

An unserer Schule ist Suchtvorbeugung ein fester Bestandteil der Gesundheitsförderung und somit immer wieder auch Unterrichtsinhalt besonders im Fach Biologie. Neben der Vermittlung von Sachinformationen wollen wir auch Ursachen der Sucht bekämpfen und so ganzheitlich pädagogisch arbeiten.
Im Rahmen der Suchtprävention veranstalten wir in der Jahrgangsstufe 8 jedes Jahr ein ganztägiges Projekt; dieses Projekt zur Ich-Stärkung und gegen Sucht – besonders Alkohol wird als Peer Projekt durchgeführt.

Was ist ein Peer-Projekt? „Peers“ sind „Gleiche“ bzw. „Gleichaltrige“; hier sind es jetzt Freiwillige aus der Jahrgangsstufe Q1, die dieses Projekt mit den Schülern der Stufe 8 durchführen. Die Idee hinter diesem Projekt ist, dass Jugendliche, die nur wenig älter sind als die Achtklässler, möglicherweise einen besseren Zugang zu dieser Zielgruppe finden können als es bei erwachsenen Beratern der Fall wäre. Im Gesundheitsbereich gibt es vielfältige Projekte mit Peers, denn es ist erwiesen, dass es Peers oft besser gelingt, Informationen, Werte oder Verhaltensweisen glaubwürdig und überzeugend zu vermitteln.

Die Q1er Schüler werden für diese Aufgabe von der Drogenberatungsstelle in Mönchengladbach eigens geschult und am Projekttag durch die verantwortliche Lehrerin (I. Hidding) begleitet. Je zwei bis drei dieser Oberstufenschüler arbeiten dabei mit Kleingruppen der 8-er Schülerinnen und Schülern. Hierbei geht es nicht nur darum, theoretische Informationen weiter zu geben, die jüngeren Schüler sollen auch Situationen in Rollenspielen durchspielen, sie reflektieren und eigene Stärken entwickeln. Im geschützten Raum der Kleingruppe mit den Peers können oft sehr offen Fragen behandelt werden, die im Unterrichtsgespräch mit einem Lehrer nicht gestellt werden würden.

Aber auch die Oberstufenschüler profitieren von diesem Projekt. Peer kann nur der sein, der auch sein eigenes Drogenverhalten kritisch reflektiert und überprüft, denn sonst kann er nicht ehrlich als Vorbild agieren.

Das Peerprojekt 2017

Aus der Sicht der Peers – Unter dem Motto: Alkohol – illegal, legal, egal?! … Von Schülern für Schüler!

Als Frau Hidding uns auf das diesjährige Peerprojekt ansprach, fingen wir an wieder in Erinnerungen an die 8. Klasse zu schwelgen. Damals waren wir die jungen Achtklässler und heute sind wir die Großen aus der Q1, die die Ehre hatten, die Jüngeren über ein gesellschaftlich sehr wichtig zu betrachtendes Thema aufzuklären. Es war direkt ein reges Interesse in unseren Relikursen zu beobachten. Suchtprävention und Suchtentstehung standen bei uns in Bezug auf Alkoholkonsum im Fokus. Denn auch uns war sehr bewusst, dass dieses Genussmittel in unserer Gesellschaft und besonders in unserem Alter oftmals unterschätzt wird. Da auch wir nicht allzu erfahren im Thema der effektiven Suchtberatung waren, lag es nun an uns, das Erlernte aus unserem vorherigen Seminar bei der Drogenberatung in Mönchengladbach bestmöglich zu erfassen, um es den Achtklässlern zu vermitteln. Auch wir merkten bei der Suchtberatung, dass es trotz der einen oder anderen Erfahrung mit Alkohol doch auch vieles gab, was uns in der Theorie dann neu war. Jetzt lag es also an uns am Tag des Peerprojekts (2.2.2017), das Beste daraus zu machen. In Gruppen von zwei bis drei Personen waren wir dann in der Position für einen Vormittag „Lehrer“ sein zu dürfen. Mit theoretischen und auch spaßigen und kreativen praktischen Übungen haben wir uns schlussendlich an den Tag herangewagt und ihn mit Erfolg gemeistert.

Abschließend kann ich mich zu dieser Erfahrung nur positiv äußern. Denn nicht nur die Achtklässler, sondern auch wir konnten auf diesem Weg viel mitnehmen. Da wir das Peerprojekt nun sowohl als Achter als auch als Q1 miterleben durften, kann ich dieses Projekt auf jeden Fall an die kommenden Klassen weiterempfehlen und hoffe,  dass wir die kommenden Achtklässler dazu motiviert haben, sich für das kommende Peerprojekt zu engagieren. Denn auch uns ging es am Ende des Tages nicht darum, irgendjemandem zu verurteilen oder den Alkoholkonsum zu verbieten, sondern das Bewusstsein über den Alkoholkonsum als Schüler so effektiv und spaßig wie möglich für unsere Mitschüler zu wecken.

Auf diesem Weg bedanke ich mich im Namen aller Teilnehmer für die motivierende Unterstützung von Frau Hidding und hoffe somit, dass dieses Projekt in diesem Format der „Schüler für Schüler“ noch lange erhalten bleibt.

Von Annabelle Kwofie, Q1d